22.05.17 – Was ich unter der spanischen Sonne erlebte und lernte

Man sagt, es gibt zwei Arten des Sommers:
Der Unschuldige in welchem die Sonnenstrahlen dir süße kleine Sommerspossen auf die Nase zaubern. In dem dir Eiscreme auf den Ellenbogen tropft und eine leckere Spur hinterlässt, welche du längst abgeleckt hast bis deine Mutter dir ein Taschentuch reicht. Der, in welchem du Mittags die Königin deiner Sandburg bist und Abends Glühwürmchen in einem Gurkenglas einfängst nachdem du in deinem gestreiften Pijyama zugeschaut hast, wie der Tag sich in roten Farben dem Ende zuneigt. Der zweite Sommer ist der Wilde. Der, in welchem du am Strand in Alkohol badest während deine Füße beim tanzen im Sand versinken, den du noch Tage später in jedem Winkel deines Körpers findest. In welchem du Jungs ohne Namen küsst und das betrunkene Mädchen vom Damenklo deine beste Freundin wird. Der, in dem du dich heimlich aus dem Ferienhaus schleichst und barfuß auf dem Fahrrad die Promenade entlang fährst. Der Sommer, den jeder erleben möchte aber mit dem nicht jeder umgehen kann. Welcher ist deiner?

Die Mädels (links nach rechts): Anastasiya // Sara // Ich // Dora

Meiner Meinung nach gibt es nicht nur zwei Arten von Sommer. Ich glaube, dass jeder Sommer seine eigene, kurze Geschichte erzählt. Und manchmal…Manchmal, da schreibt er ganze Bücher. Was er aber vorallem tut, ist uns Dinge zu lehren. Wir erleben in der Sommerzeit Dinge, die entweder ganz bewusst oder nur unterbewusst dazu beitragen, dass wir Neues lernen. Genau diese Lektionen sind der Grund für unser großes Veränderungspotential in dieser Jahreszeit, welches wir nutzen sollten um ein positiveres und erfüllteres Leben zu führen. Welches besondere Erlebnis bei mir dieses Jahr bereits zu einer neuen, wichtigen Erkenntnis geführt hat, erfährst du in der folgenden Geschichte:

Den Body findest du hier. Weitere Empfehlungen für den Sommer gibt es in meinem Empfehlungs-Shop.

Vor kurzem war ich für eine 10-tägige Shootingreise in Spanien. Der Aufenthalt dort war wirklich mehr als schön, trotzdem fühlte ich mich an einem Abend nicht 100% erfüllt und wollte etwas erleben, das dem Tag die Vollständigkeit bringen sollte, die ich mir wünschte. Dora, eine junge Frau und Modelkollegin die wirklich immer auf einer Gefühlsebene mit mir war, schlug vor, dass wir uns das Auto schnappen, losfahren und schauen was passiert. Los ging’s: Wir packten die anderen Mädels Anastasiya und Sara ein und fuhren los. Keiner von uns hatte einen Plan wohin es gehen sollte: Wir saßen im Auto, sangen uns zu Oldschool-Liedern die Seele aus dem Leib und liesen uns die Haare vom Wind, der durch die geöffneten Fenster hineinkam, durchwehen. An einer Kreuzung sahen wir ein kleines, herunter-gekommenes Holzschild mit der Aufschrift > St. Magdalena <. „Fahr nach rechts, das Schild sieht süß aus!“ schrieh eine von uns in letzter Sekunde. Anastasiya bog ab und wir folgten dem Straßenverlauf ohne zu wissen, was uns erwarten würde. Nach ein paar Minuten Feldweg erreichten wir einen steilen Waldabschnitt, gefolgt von einer noch steileren Serpentine die auf die Spitze eines Bergs führte. „Passt unser Auto überhaupt auf die schmale Straße?“ „Lasst es uns testen!“ rief ich. Mit unserem schweren Großraumwagen wagten wir uns auf die brüchige Straße ohne Leitplanke und mit tiefem Abgrund neben uns. Jeder Meter wurde eine größere Herausforderung bis wir es schließlich ganz nach oben schafften.Wir dachten an ein kleines Dorf,… doch was uns oben erwartete, damit hatten wir nicht gerechnet: Wir standen vor einem wunderschönen Kloster auf dem höchsten Punkt der Stadt. Es schien wie der ruhigste Ort der Welt… Alles was wir hörten war das beruhigende zwitschern der Vögel und ein leises Blätterrauschen, ausgelöst vom Wind der um die Bäume tanzte. Nach einem Blick in die wunderschöne Kapelle widmeten wir uns der überwältigenden Aussicht über ganz Inca und das balearische Meer, das direkt vor uns lag. Langsam begriffen wir, wieso der steile Weg dorthin nicht wirklich geeignet für unser Auto war. Die schmale Straße diente als Pilgerweg, denn man sollte es sich wahrlich verdienen, die Schönheit dieses magischen Ortes erleben zu dürfen. Außer uns und einem Radfahrer, der sich die Serpentine hinaufkämpfte, war niemand dort. Wir genossen die Aussicht während der Tag sich langsam dem Ende zuneigte und die untergehende Sonne der Umgebung eine goldene,warme Farbe verlieh, ehe wir zu unserem nächsten Abenteuer aufbrachen…

Oben links: Frank Vincentz // Unten rechts: Flickr

Was ich bei unserem verrückten Ausflug gelernt habe?
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Du musst dein Ziel nicht kennen. Manchmal reicht auch bereits die Richtung. <<

Überall hören wir, dass wir uns große Ziele setzen sollten wenn wir es weit bringen wollen. Aber wer sagt uns, dass auch der Weg das Ziel sein kann? Betrachten wir meine niedergeschriebene Geschichte etwas genauer: Als wir aufbrachen, wussten wir weder wo wir genau hingehen, noch was wir dort machen möchten. Wir setzen uns in Auto und fuhren in die Richtung, die uns spontan am besten gefiel; Das kleine, von Hand geschriebene Straßenschild, welches uns auf einen unsicheren und steilen Weg führte. Wir waren uns bewusst, dass es nicht einfach werden würde den Berg mit unserem großen Auto hinauf zu fahren, dennoch haben wir es getan und wurden am Ende für unseren Mut belohnt. Was passiert, wenn wir dieses Beispiel auf unser Leben übertragen? Richtig. Es hat die Bedeutung, dass wir tolles erleben und erreichen können, auch wenn wir keinen konkreten Plan und kein genaues Ziel vor Augen haben. Natürlich hilft uns ein Ziel, für den Weg dorthin besser vorbereitet zu sein. Aber vielleicht ist es manchmal genau diese Ungewissheit des Weges, auf welchen wir uns ohne Ziel begeben, die zu einer Entwicklung unserer selbst beiträgt und großartiges bringt, ohne das wir es vorher ahnen können. Zu oft wird uns eingeredet, es sei schlimm planlos zu sein. Wenn also das nächste mal jemand versucht dir genau dieses schlechte Gewissen einzureden, dann vertraue darauf, dass die Richtung in die du blind gehst, genau die Richtige ist.

Die Bilder über diesem Abschnitt sind entstanden, nachdem wir vom Berg runter fuhren. Wir entdeckten weit hinten und mitten auf dem Feld ein Steinhäusschen, welches wir uns genauer anschauen wollten. Wir stellten das Auto mitten auf der Straße ab, kletterten über den Zaun und rannten dem Sonnenuntergang entgegen. Nur kurze Zeit nachdem wir die kleine Ruine von Nahem betrachteten und ein paar Fotos knipsten, sahen wir wie einem rießiger Traktor die Durchfahrt durch unser abgestelltes Auto verwehrt wurde und rannten das Feld so schnell wir konnten wieder herunter. Wir bekamen keinen Ärger, sahen stattdessen was wir sehen wollten und lachten über die verrückte Aktion. Fazit: Die Regeln zu brechen lohnt sich manchmal selbst für die kleinsten Dinge.

Ich hoffe, dass ich dir mit meiner Geschichte eine neue Sichtweise näher bringen konnte. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du möchtest, dass ich diesen Sommer meine Augen bewusst nach Lifelessons durch Erlebnisse offen halte, um sie dir zu berichten, dann hinterlasse mir doch ein Kommentar unter diesem Blogpost und markiere ihn mit ‚Gefällt mir‘. Ich freue mich auf dein Feedback! Wenn du auch so verrückt nach dem Sommer bist, kannst du hier meine Empfehlungen für Sommer, Sonne, Strand und Pool shoppen.