Bye Bye 2016 – Ein Rückblick auf meinen Jahrmarkt

Stell dir vor, du besuchst einen Rummel und schlenderst von Stand zu Stand, von Attraktion zu Attraktion. Du isst eine Zuckerwatte, angelst dir ein Kuscheltier, lässt dich von einer Wahrsagerin ins Placeboglück reden, machst halt bei der nächsten Crepes-Bude, deine beste Freundin überredet dich zu einer Höllenfahrt auf der Attraktion um die du sonst immer einen großen Bogen gemacht hast und am Ende des Tages taumelst du fröhlich lachend aus dem Bierzelt. Mein Jahr 2016 würde ich beschreiben wie ein Besuch auf der Kirmes: Laut, Lustig und voller Höhen & Tiefen.

Zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben habe ich mehr gelebt, gelernt und erlebt als in den vergangen 365 Tagen und wenn ich schon kein Buch namens ’16‘ über all die Erlebnisse schreibe, so möchte ich dieses besondere Jahr zumindest mit einem Blogartikel ehren.

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 Foto: www.maximiliankamps.com

Ich habe euch gefragt, welche privaten und beruflichen Eindrücke euch besonders interessieren und hier kommen sie – Meine Top 5 der Fragen aus eurem Neugierdekatalog:

1. Was war privat dein schönster und emotionsvollster Augenblick im Jahr 2016?
Die Wortwahl ‚Augenblick‘ trifft meinen ersten Gedanken an diese Frage ziemlich gut. Bis zu einem bestimmten Morgen in diesem Jahr, habe ich das Leben eher als eine Reihe schöner oder weniger schöner Zufälle betrachtet. Schicksal zweifelt man solange an, bis es einem selbst begegnet. Wenn ich also an einem Abend, an dem ich überhaupt keine Lust hatte fort zu gehen, von Freunden überredet werde mitzukommen, durch eine kleine Panne länger bleibe als geplant und dann kurz vor Ende der Veranstaltung ein Mensch den Raum betritt, der ab diesem Zeitpunkt alles in meinem Leben im Positiven durcheinander werfen sollte, dann halte ich das für eine höhere Macht. Worte können unmöglich beschreiben, wie es sich anfühlte, als wir uns gleichzeitig nahezu anstarrten aber ich behaupte heute zu wissen was der Quote „Souls recognize each other by vibes not appearances“ wirklich bedeutet. Das Ganze kommt mir bis heute vor wie eine Filmszene.

2. Bist du zufrieden mit dem, was du dieses Jahr alles erreicht hast?
Ich nehme an, diese Frage ist eher auf mein berufliches Leben bezogen. Mitte des Jahres habe ich mein 19. Lebensjahr erreicht, habe wenige Monate später mein erstes Buch ‚Flashbaby‘ veröffentlicht, bin Gründerin der Modelversity (www.modelversity.de), lebe von meinen Leidenschaften und arbeite neben meinen verschiedenen Jobs an zahlreichen Projekten für das kommende Jahr. „Wie zum Geier könnte man an diesem Punkt denn nicht zufrieden sein?“, werden sich nun einige fragen. Ob man mich nun für verrückt erklärt oder nicht aber es gab durchaus Zeiten in meinem Leben in denen ich selbst mit diesen Erfolgen nicht zufrieden gewesen wäre. Das hat sich aber vorallem in diesem Jahr geändert. Der Mensch ist ein Wesen der ständig nach mehr strebt. Mehr machen, mehr erreichen, mehr Geld, mehr Spaß, mehr Glück, mehr Liebe, mehr SELBSTZERSTÖRUNG. Wenn man für einen Moment die Augen schließt und innerlich Dankbarkeit ausspricht für die Dinge, die einen glücklich machen statt dem Baum das letzte Blatt abzuzupfen, merkt man schnell das „Alles haben“ und „Alles sein“ einen auch nicht restlos zufrieden stellen. Ich bin mehr als happy mit allen Erfolgen und Fehlern aus diesem Jahr, denn sie tragen zu meiner Entwicklung bei. Und Entwicklung ist für mich der Kernpunkt des Lebens.

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Foto: www.maximiliankamps.com

3. Gibt es eine wirklich verrückte Geschichte die dir passiert ist?
Mir sind in diesem Jahr so viele vespulte und total bescheuerte Sachen passiert wie nie zuvor, nichts desto trotz halte ich es für keine gute Idee, jede davon mit der Öffentlichkeit zu teilen. Ein Erlebnis möchte ich mir dennoch nicht verkneifen. Im Mai besuchte ich an einem verlängerten Wochen- ende meine beste Freundin Melanie in Berlin. Wir verbrachten einige Zeit im Sisyphos und wäre dieser magische Ort (ich nenne es bewusst nicht Club) nicht verrückt genug, ist mir dort bereits am ersten Abend eine Frau aufgefallen, die ständig vom Kiosk zur Tanzfläche humpelte und wieder zurück. Es war Donnerstag. Um ihren Fuß war ein dicker, blut- verschmierter Verband gebunden und sie lief barfuß umher. Ihr Freund schenkte mir auf der Tanzfläche einen Diskokugel-Schlüsselanhänger mit den Worten „Hallo, ich bin der Sisyphos-Kobold und möchte das Leben der Menschen verbessern. Möchtest du dir etwas aus meinem Zauberbeutel aussuchen?“. Als Magierin und Kobold verkleidet drehten die beiden also ihre Runden durch den Außenbereich und die Dancefloors, vorbei an hämmernden Bässen und tanzenden Meuten. Als wir am Sonntag Nachmittag nach einem Flohmarktbesuch zurückkehrten und den Tag im Sisy ausklingen lassen wollten, konnte ich beim Bestellen meines ‚ClubMate‘ an der Bar meinen Augen nicht trauen: Mister Diskokobold und Fräulein Kaputterfuß taumelten glücklich an mir vorbei: In den selben Klamotten wie am Donnerstag. Mit deutlich kaputteren Gesichtern. Und vom Zustand ihres Fußes möchte ich garnicht reden. Don’t forget to go home – Das Motto Berlins hatte ich dort zum ersten mal mit eigenen Augen gesehen.

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Foto: www.maximiliankamps.com

4. Was war deine größte Enttäuschung und wie bist du damit umgegangen?
Es gibt nicht viele Dinge die mich umhauen können, da ich seitens der menschlichen Gabe zum ‚Scheiße sein‘ nichtmehr sonderlich überrascht bin. Trotzdem gab es dieses Jahr 3 große Überraschungen aus der Teufels-Piñata: 1. Ein Mensch, seit Tag 1 an meiner Seite, der sich von Jetzt auf Gleich abwendete. Nicht etwa langsam, respektvoll, still. Nein, mit einem gigantischen Schlag, einem unpersönlichen Roman voller Vorwürfe und Be- leidigungen, der festen Überzeugung mir nur die Augen öffnen zu wollen. Mission gelungen. Danke! 2. Das Erfolg auf Neid stößt, ist jedem bekannt. Das sich aber ganze Ära’s aus geballtem Selbsthass und Gefühlskotze bilden können, die einem versuchen, Leidenschaft und Geschäft kaputt zu machen, war selbst mir neu. Traurig. Ich wünsche allen Betroffenen eine gute Besserung! Und 3. Ausgerechnet einen der größten Erfolge den ich in diesem Jahr hätte feiern sollen und groß ankündigte, nämlich der Veröffentlichung des Musikvideos eines bekannten Künstlers, ist geplatzt. Und das nur, weil eine Person mit der Mühe, dem Herz, dem Schweiß und der Tränen eines gesamten Teams nicht zufrieden war und sich nun sogar weigert, die Arbeit aller zu vergüten. Dass das alles im Rechtsstreit endet, hätte wohl niemand gedacht. Wie ich mit Enttäuschungen aller Art umgehe? Ich schreibe oder rede sie mir von der Seele! Was die Personen direkt betrifft, würde ich nie auf die Idee kommen, mit Ihnen zu diskutieren oder mich auf ein Gespräch einzulassen. Ich glaube fest daran, dass sich alles ebnet. Man sollte die Dinge stehen lassen wie sie sind und nach vorn blicken. Wer sich umdreht, macht Rückschritte.

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5. Was hast du in diesem Jahr gelernt?
Gutes braucht seine Zeit. Oder auch: „Gut Ding will Weile haben.“
Ich war früher der Überzeugung, die Dinge müssten von Anfang an perfekt sein, sonst würden sie auf Dauer auch nicht funktionieren. Nicht nur Zwischenmenschlich sondern auch in jedem anderen Lebensbereich weiß ich, vorallem seit 2016, dass sich auf Dauer alles in die richtige Richtung entwickeln kann und insbesondere dann Bestand hat, wenn viel Arbeit dahinter steckt.
Außerdem zeigte mir die Achterbahn der Gefühle, dass man IMMER auf sein Herz hören sollte. Am Ende des Tages spielt es keine Rolle, was andere denken oder welchen Eindruck sie haben. Wichtig ist, was sich gut für einen selbst anfühlt. Wenn man es dann schafft, auszublenden was andere behaupten, kann man nur gewinnen.

Glück (er)schafft man nicht alleine. Es entsteht gemeinsam mit anderen Menschen, Erlebnissen und Erfahrungen. Ich bin unendlich dankbar für alles, was ich in 2016 erleben durfte und freue mich schon auf das kommende Jahr.
Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und ein Frohes Neues 2017!
P.S: Schreibt mir doch mal in die Kommentare, was euer Jahr so besonders gemacht hat 🙂

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Foto: www.maximiliankamps.com