Splittergedanke

Es gibt sie noch. Die Sorte Menschen die geben, ohne etwas im Gegenzug zu wollen. Geben, ohne auch nur annähernd das zurückzubekommen, was sie verdienen. In andere Menschen investieren und sich anpassen wo sie nur können. Ihre Liebe streuen, keine Angst haben ausgenutzt zu werden, lieber einstecken als jemand anderes unglücklich zu sehen und dabei oft sich selbst vergessen. Und doch heimlich hoffen, jemand würde ihre Mühe bemerken.

Sie verzeihen dir, auch wenn du dich nicht erklärst.
Sie akzeptieren Entschuldigungen, die du nicht aussprichst. Sie sehen das Beste in dir, auch wenn du es nicht verlangst. In deinen schlechtesten Zeiten helfen sie dir hoch, auch wenn das bedeutet, dass sie ihre Prioritäten beiseite legen müssen.
Das Wort „beschäftigt“ existiert in ihrem Wortschatz nicht. Sie nehmen sich Zeit, die du dir nicht nimmst. Sie lassen dich nicht hart für die Aufmerksamkeit arbeiten, welche du bekommst. Sie akzeptieren die Liebe, von der sie denken, sie sich verdient zu haben und du akzeptierst die Liebe die du für berechtigt hälst. Doch wovor du dich fürchten solltest, ist der Tag an welchem ein gutes Herz dich aufgibt. Denn wenn es sich erst ein Mal von dir abwendet, ist es für immer weg.

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Foto: http://maximiliankamps.com/

Du fragst dich, wieso sie die sensibelsten Menschen sind. Du fragst dich, wieso sie sich so sehr kümmern. Du fragst dich, wieso sie freiwillig so viel von sich selbst geben, ohne etwas im Gegenzug zu verlangen. Du fragst dich, ob sie keine Angst haben, ausgenutzt zu werden. Du fragst dich, was ihnen das Ganze wert ist. Und ich frage dich: Wie würde unsere Welt aussehen, wenn es diese Menschen nicht gäbe?

Ist es hier nicht schon kalt genug? Im Umgang mit den verschiedensten Leuten bemerke ich immer wieder Angst, Trauer, Verrat, Missgunst, und vorallem: Enttäuschung. Ein Großteil der Menschen verschließt sich, um sich zu schützen. Haben Angst, Gefühle zuzulassen und werden nach einer großen Enttäuschung kalt wie ein Stein. Wer sich jedoch negativen Gefühlen gegenüber komplett zu entweichen versucht, den werden die Positiven auch nicht erreichen können.
Ohne Tod kein Leben.
Je mehr Macht wir dem Negativen über uns und unser Handeln geben, desto mehr wird diese Negativität uns einnehmen und unseren Alltag bestimmen. Was wäre dieser Planet nur für ein vertrocknetes Stück pure Verottung wenn keiner mehr an das Gute glaubt…

MONO2409bb
Foto: http://maximiliankamps.com/

Wir können nicht mit der Erwartung in den Tag gehen, uns vor bestimmten Dingen schützen zu können. Wir müssen akzeptieren, dass man einige Dinge nicht beein- flussen kann und vieles nicht in unseren Händen liegt. Wir sollten nicht aus Angst Situationen vermeiden, sondern uns aus Motivation für Schönes bemühen.
Wenn wir eine Tür nicht öffnen, wissen wir nicht was dahinter steckt und uns könnte eine großartige Chance entgehen. Das Einzige was wir täglich auf’s Neue tun können, ist die beste Version von uns selbst zu sein. Jede Tür mit dem Wissen öffnen, dass wir bereit sind zu meistern, was sich dahinter verbirgt.

Ich persönlich weigere mich ganz bewusst dagegen, mich von der Welle aus Gefühls- kälte und Angst mitreißen zu lassen. Stattdessen möchte ich anderen Mut machen, diese Sorgen abzulegen und die Hoffnung an die Aufrichtigkeit nicht zu verlieren.
Will retten, was noch zu retten ist und lieben, was lieben lernen muss.
Ich glaube fest daran, dass am Ende jeder bekommt, was er verdient.
Nennt es naiv. Nennt es jung. Nennt es dumm. Ich nenne es das einzig Wahre.